Not Quite Solid, Still Decomposing
In ihrer gemeinsamen Ausstellung im Kunstverein Baden setzen sich Bianca Phos und Marit Wolters mit Veränderungen auseinander – genauer: mit dem, was passiert, wenn Materialien in Bewegung geraten, wenn sie reagieren, sich verbinden, trennen, fest werden oder zerfließen. Während sich die Herangehensweisen der beiden Künstlerinnen unterscheiden, berühren sich ihre Fragestellungen.
Für Not Quite Solid, Still Decomposing bringen Phos und Wolters ausgewählte Werkserien zusammen, die die Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Bezugsfelder in sich tragen und so einen Dialog der unterschiedlichen künstlerischen Ansätze entstehen lassen. Beide Bildhauerinnen arbeiten mit Sand – einem Stoff, der seit jeher Bindeglied ist zwischen Natur und Architektur, zwischen organischem Prozess und kultureller Codierung.
Text: Bianca Phos, Marit Wolters
Ihre künstlerische Praxis bewegt sich zwischen Installation, Skulptur und Zeichnung. Den Arbeiten liegt ein Verständnis von Körperlichkeit zugrunde, das Wahrnehmung, Erfahrung und Handlung nicht losgelöst von ihrer Umgebung, sondern in ihrer Verflechtung mit materiellen, technologischen und gesellschaftlichen Beziehungen betrachtet. Ausgangspunkt ist häufig die unmittelbare Auseinandersetzung mit industriellen Materialien und ihren Bearbeitungsprozessen, in denen sich Wissen, Normen und gesellschaftliche Vorstellungen verdichten, die zugleich aber durch die Eigenheiten der Materie verschoben oder unterlaufen werden können.
ist eine deutsche bildende Künstlerin, die in Wien lebt und arbeitet. In ihren Arbeiten untersucht Wolters das ästhetische Potenzial architektonischer Materialien, Prozesse und Strukturen sowie deren Wechselwirkungen mit sozialen und ökologischen Systemen. Die Werkzyklen speisen sich thematisch aus ihrem lokalen Kontext. Dabei greift die Künstlerin Strukturen und Materialien ihrer architektonischen oder landschaftlichen Umgebung auf und übersetzt deren Eigenschaften in ihre eigene Bildsprache. So entsteht ein starker konzeptueller Bezug zum jeweiligen Umfeld. Recherche und Experiment bilden zentrale Impulse ihrer Praxis. Auf diese Weise entstehen vielschichtige Arbeiten, die sich mit Themen wie Architektur und Stadtplanung, Ökologie und landschaftsformenden Prozessen auseinandersetzen.


