NO RUINS
Albert Mayr, Samuel Schaab, Mima Schwan
Der Kunstverein Baden scheint verändert, etwas hat sich in ihm festgesetzt und breitet sich zunehmend aus. In Rissen, Hohlräumen, entlang der Heizkörper und unter dem Dach nisten sich skulpturale Eingriffe ein, besetzen Schwachstellen der teils brüchigen Architektur und verwandeln das Gebäude in einen Ort von Verdichtungen, Ablagerungen und langsamem Wachstum. Stahl, Eisenoxid, Metallspäne, Keramik, Neonröhren und Kakteen erscheinen als unterschiedliche Zustände derselben Umformung – geologisch, technisch und biologisch wirken sie als neue ruinöse Kräfte.
NO RUINS beschreibt keinen zukünftigen Zustand, sondern eine Gegenwart, in der Ruine, Wachstum und Umordnung gleichzeitig stattfinden – leise, schleichend und in den Poren des Gebäudes zischend.
ist ein in Wien lebender Künstler, der an der Schnittstelle von Klang, Installation und Medienkunst arbeitet. Er studierte Grafikdesign an der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien und Neue Medien an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Peter Kogler. Zu seinen wichtigsten Einzelausstellungen zählen Air Condition (Tkalka Gallery, Maribor, 2026), LISTEN TO THE PICTURES (MARTINETZ, Köln, 2023), der MO-Kunstpreis (Museum Ostwall, Dortmund, 2017), Orchestrated View (Neuer Kunstverein Wien, 2016) und The Jonny Hawaii Orchester (Künstlerhaus Graz, 2010). Außerdem hat er an Projekten wie Genèse d’un Repas (Lichtekooi Artspace, Antwerpen, 2025), Spring (Museumsquartier Wien, 2025), Sägezahn (Schauspielhaus Wien, 2023), dem OOrtreders Festival (Pelt, 2022) und DREAM MACHINE 3000 (Donaufestival, Krems, 2022) teilgenommen.
studierte Medienkunst bei Bernhard Leitner und Erwin Wurm an der Universität für angewandte Kunst Wien sowie Kunst & Medien an der ZHdK Zürich. Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Skulptur, Licht, Sound und Performance. Dabei steht meist ein ortsspezifischer Zugang im Vordergrund, der den Raum selbst stets als zentrales Objekt behandelt. Seine Arbeiten waren unter anderem bei der Vienna Contemporary, dem Bank Austria Kunstforum Wien, der Art Brussels, der Monheim Triennale, dem Kunsthaus Mürzzuschlag, der Sammlung Friedrichshof, dem mumok Wien und den Kunstfestspielen Herrenhausen zu sehen. Zudem realisierte er Projekte und Kollaborationen für das Elevate Festival, die Architekturbiennale Venedig, das Dumbo Arts Festival New York, den Musikverein Wien, die Musiktheatertage Wien sowie das ImPulsTanz-Festival. Gemeinsam mit Jakob Suske kuratiert er seit 2017 das Musik- und Performanceformat SÄGEZAHN. 2022 erhielt er das Staatsstipendium des Bundes für bildende Kunst. Im selben Jahr erschien seine jüngste Monografie Modification.
studierte Bildhauerei an der Königlichen Akademie Antwerpen, Belgien und Critical Studies an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Seit 2023 ist sie Assistentin der Klasse Bildhauerei – Transmedialer Raum an der Kunstuniversität Linz. In ihrer Arbeit untersucht sie geologische Zusammenhänge, Materialgeschichten und das Verhältnis zwischen menschlichen und erdgeschichtlichen Zeiträumen. Im Zentrum steht die Technik des Stuckmarmors, bei der Gips, Pigmente und Leim zu steinähnlichen Oberflächen verarbeitet werden. Der Herstellungsprozess wird dabei zu einer Annäherung an geologische Vorgänge zwischen Festigkeit und Veränderung, bei der Naturprozesse und kulturelle Interpretation ineinandergreifen.

