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18.04. - 21.06.2026 | Performance I Öffentlicher Raum

#5 Self-Brainwashing

Michail Michailov

Nach der Präsentation bei der Biennale di Venezia 2022 und der San Francisco Art Week 2025 freut sich der Kunstverein Baden, die Performance Self-Brainwashing von Michail Michailov zu zeigen.

 

Inspiriert von Schaumpartys der 1990er-Jahre untersucht der Künstler darin, wie Fantasie, Unangepasstheit und spielerische Strategien dazu beitragen können, gesellschaftliche und psychologische Konditionierungen sichtbar zu machen und aufzulösen. Die Performer*innen in weißen Schutzanzügen werden nach und nach von einer ätherischen Schaumlandschaft umhüllt, die zunächst an Badevergnügen, Werbung und Konsumkultur erinnert. In seiner scheinbaren Harmlosigkeit wird der Schaum zum Sinnbild jener subtilen Formen ideologischer Prägung, die weniger durch offene Gewalt als durch Gewöhnung, Suggestion und alltägliche Wiederholung wirken. Die Arbeit lenkt den Blick auf unscheinbare Mechanismen gesellschaftlicher Einflussnahme, die in Konsum, Spektakel und der Kommerzialisierung von Kultur verankert sind.

 

Zugleich lädt Self-Brainwashing dazu ein, die eigene Wahrnehmung sowie Selbst- und Fremdbilder zu hinterfragen: Wo beginne ich, wo ende ich? Wie entsteht Identität im Verhältnis zu anderen? In einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Mensch und Maschine zunehmend verschwimmen, gewinnen diese Fragen neue Dringlichkeit. Michailov beschreibt das Konzept dieser Arbeit als „eine Festplatte, die sich selbst löscht“ – es ist ein Prozess, in dem das Selbst für einen Moment verschwindet und sich möglicherweise neu formiert. Begleitende Klangkompositionen verdichten die Erfahrung zu einem Raum des Staunens und des Spiels, in dem Auflösung und Selbstfindung eng miteinander verbunden sind.

 

Gekürzte Fassung eines Textes von Candace Huey (re.riddle)

(Übersetzung: Katja Stecher)

 

Performances

20. und 21.6., jeweils um 17.30 Uhr

Michail Michailov

Der kürzlich mit dem Erich Grabner Preis ausgezeichnete Künstler Michail Michailov geht in Zeichnungen, Videos und Performances grundlegenden menschlichen Fragestellungen nach: Wer bin ich, wer sind wir, wie verhalten wir uns zueinander und welchen Sinn hat unser Dasein? In installativen Settings inszeniert er sein „Selbst“ – oder vielmehr dessen vielfältige Varianten – die häufig auf den jeweiligen Ausstellungsraum Bezug nehmen. Der Blick auf die eigene Identität reicht dabei vom Mikrokosmos des Staubs, der sich in seinem Atelier absetzt, bis hin zu den Landschaften, die er als Körper durchquert. Michail Michailovs künstlerische Praxis lässt sich als fortwährender Versuch lesen, das Große im Kleinen zu spiegeln und umgekehrt das Kleine als Abbild des Großen zu entdecken. […]

 

Die Farben, Materialitäten, Muster und formalen Bedingungen der natürlichen oder urbanen Landschaften, in die sich Michailov mit immer neuen körperlichen Konfigurationen einschreibt, zeugen gleichermaßen von der Existenz des Künstlers, wie sie seinen Körper zum Verschwinden bringen. I am everywhere lautete der Titel einer seiner Ausstellungen – und tatsächlich ist er überall und nirgendwo.

 

Franz Thalmair

(Übersetzung: Katja Stecher)

Kunstverein Baden
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