THE HORSES ARE COMING
In THE HORSES ARE COMING rückt Christina Werner die Tiersymbolik als zentrale Bild- und Inszenierungsstrategie des Nationalsozialismus in den Blick: Adler, Löwen, Pferde oder
Schäferhunde fungierten im dritten Reich als Sinnbilder von Stärke, Reinheit und Ordnung – Codes, die auch heute noch wirksam sind: Wenn Viktor Orbán 2022 Österreich zwei Pferde
als „Zeichen der Freundschaft“ schenkt oder Herbert Kickl die Lancierung einer berittenen Polizei fordert, wird deutlich, wie Tiermotive weiterhin als strategische Zeichen in rechten und
autoritären Narrativen eingesetzt werden.
Die Arbeit nutzt die Technik der Collage, um durch Fragmentierung und Neuordnung historischer Bildquellen ideologische Codes sichtbar zu machen. Damit steht sie in der Tradition politischer Kunst, etwa der Fotomontagen von John Heartfield, der in den 1930er-Jahren visuell gegen den Aufstieg des Faschismus arbeitete.
Nike Bekemeier, Kuratorische Assistenz/Westlicht Wien
analysiert In ihrer künstlerischen Praxis politische Bildstrategien, Mechanismen visueller Macht und deren mediale Verbreitung. Im Zentrum stehen globale Entwicklungen wie der erstarkende Neofaschismus sowie die Rolle des öffentlichen Raums als Erinnerungsort. Das Archiv gewinnt als Wissensspeicher und Ausgangspunkt vieler Arbeiten Werners zunehmend an Bedeutung.

