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FLESH OF TIME

Veronika Hauer, Babette Martini, Stephanie Misa

Vernissage: Fr, 18. September 2020, 19 Uhr – 21 Uhr
Es spricht: MMag. Anamarija Batista, Kunsthistorikerin
Eröffnung: Stadtrat Hans Hornyik

Ausstellungsdauer: 19. September 2020 – 1. November 2020
FLESH OF TIME
Veronika Hauers Videoarbeit speech is to be looked at (2015/20) persifliert eine limitierte Auswahl. Jede ihrer Leinwandtafeln, mit den Füßen in die Luft gehalten, symbolisiert entweder einen Buchstaben oder ein Konzept. Die Buchstaben werden durch Bilder von Händen, die das Alphabet der internationalen Zeichensprache zeigen, dargestellt, obwohl diese Gleichsetzung prompt durch das Einbeziehung von Bildern unterbrochen wird, welche von größerer Wichtigkeit sind, als es vom Auge registriert wird. Wir erkennen eine Pfeife wieder, aber wir erkennen auch die Stilisierung dieser Pfeife wieder, die besondere Darstellung einer ganz speziellen Pfeife, und alle kunsthistorischen Assoziationen, die deren Abbildung unmöglich macht. Das hier ist nicht, was es zu sein vorgibt.
(Auszug aus: “Veronika Hauer: Who is not a fool?” von Natalie Ferris)
Veronika Hauer studierte am Goldsmiths College London, an der Universität für Angewandte Kunst Wien und an der École supérieure d’Arts graphiques in Paris. Ihre Arbeiten werden national und international ausgestellt, u.a. im Grazer Kunstverein, ICA London, Galerie im Taxispalais, Innsbruck, Glasgow International Festival, < rotor > Graz, IG Bildende Kunst Wien, Kunstforum Montafon, VBKÖ Wien, Forum Stadtpark und Kunsthaus Graz. Von 2010 bis 2019 unterrichtete sie Performative Praxen an der Universität für Angewandte Kunst (Wien Abteilung Kunst und kommunikative Praxis). Hauer ist Mitbegründerin und Herausgeberin des Online Magazins zur zeitgenössischer Kunst Nowiswere (2008-2016)

Babette Martini
Die Entstehung und der Ausdruck von Identität stehen im Mittelpunkt meiner Arbeiten.
Ich bin im Ruhrgebiet, Deutschland, aufgewachsen und habe 25 Jahre in England gelebt und gearbeitet. Seit 8 Jahren lebe ich wieder im Ruhrgebiet. Meine Abwesenheit aus dieser Region hat mir verdeutlicht, wie stark die industrielle Kultur und Arbeit den Menschen prägt. Die Bearbeitung von Material sowie die Spuren der Arbeit sind für mich die wesentlichen Elemente, die ich mit dem Ruhrgebiet verbinde. Sie bilden eine bestimmte Ästhetik, welche ich als einen direkten Einfluss auf meinen künstlerischen Ansatz betrachte. Diese Erfahrung führte mich zu Arbeiten, die sich seit mehreren Jahren mit der Formung und dem Ausdruck von Identität beschäftigen. Wir verbinden den individuellen Ausdruck eines Menschen hauptsächlich mit dem Gesicht. Mich interessiert das Abbild des Gesichtes als Zeichen unserer menschlichen Existenz.

In meinen aktuellen Skulpturen in Ton arbeite ich mit Abformungen von meinem Gesicht, die ich mit handaufgebauten Komponenten verbinde. Die Assoziation zu dem Rohen, Unfertigen und der Formlosigkeit des Tons ist in meinen Arbeiten ein wesentliches Element. Ton ist für mich ein emotionales Material, welches ich mit Ursprung, Entstehung und unserem menschlichen, körperlichen Dasein verbinde. Ausdruck und Form ergeben sich für mich durch das Zusammenspiel von Material und Prozess.  Das Schaffen meiner Werke erlebe ich gleichsam wie ein Arbeiten „im Dunkeln”. Obwohl ich die Rahmenbedingungen des Prozesses setze, taste ich mich vorsichtig voran da die „Reise“ von allen beteiligten Elementen des Prozesses beeinflusst wird. Der Ausdruck meiner Arbeiten ist daher nicht vorherbestimmt.

Meine gegenwärtige Untersuchung von Identität konzentriert sich auf das subjektive Erleben unseres Leibes und der damit verbundenen Bildung unseres Selbst und schafft Formen, die über den tastbaren Körper hinausgehen. Dabei wurde die phänomenologische Betrachtung des Leibes von Hermann Schmitz für meine Arbeit bedeutend.
Babette Martini – CV
Geboren 1959 in Essen, Deutschland. Lebt und arbeitet in Dortmund, Deutschland. Lebte von 1987 bis 2011in Großbritannien. Promotion in Art & Design, Cardiff Metropolitan University, GB, (2007), MA Ceramics, Cardiff Metropolitan University, GB (2002), BA Hons in Ceramics, Bath Spa University, Bath, GB (1992). Lehr - und Forschungsaufträge unter anderem an Cardiff Metropolitan University, Bath Spa University und Central St Martins College of Art and Design, London. Vorstand von Bath Area Network for Artists, BANA, (2007-2010). Mitbegründerin der Galerie Blam! und Mentoring Gruppen für professionelle Künstler in Großbritannien und Deutschland. Arbeitet als Beraterin in Mappencoaching.


Stephanie Misa (USA/ PHL)

For the show at Kunstverein Baden, Stephanie repurposes a textile silkscreen work to continue a line of thought on cocks. “Chicken Empire” is series on posturing and ego: cock fights, crowing roosters, and imperialist agendas. (silkscreen print on textile 40cm x 600cm; Wood block digital print 21cm x 29,7 cm; ceramic work, variable sizes).

Stephanie Misa (USA/ PHL) lives in Vienna, Austria where she graduated from the Academy of Fine Arts Vienna in Performative Arts & Sculpture class of Monica Bonvicini. Her work consistently displays an interest in complex and diverse histories, relating to these topics through her video work, sculpture, installations, prints, and through her writing. She is currently a doctoral candidate at the University of Arts in Helsinki where her artistic research looks at the persistence of languages relegated to its oral form, and the activation of this “orality” outside the usual educational modes of instruction— its evolution, cannibalism, appropriation of terms, and creative becomings.
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