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"Die Liebe ist ihrem Wesen nach ... vermutlich die mächtigste aller antipolitischen Kräfte." Hannah Arendt "

Michael Bottig, Andreas Dworak, Martina Funder, Julia Haugeneder, Klaus Hollauf, Cornelia König, Doris Libiseller, Ela Madreiter, Cornelia Mittendorfer, Ulla Reithmayr, Rosa Roedelius, Elisabeth Schafzahl, Leonard Sheil, Kurt Spitaler

Monika Triska-Schaudy, Michael Wegerer

Fr, 5.7.2019, 19.00 Uhr
Es spricht: Hartwig Knack, Kunsthistoriker
Eröffnung: Gemeinderätin Angela Stöckl-Wolkerstorfer
Performance: „Das Meerschwein“, Martin Kolber … Harmonium, Stimme

Ausstellungsdauer: 6. Juli 2019 – 25. August 2019
Ausstellung der Mitglieder des Kunstvereins Baden zum Jahresthema 2019:

Liebe und Politik
Ein guter Staat ist darauf angewiesen, dass die Menschen, die in ihm leben, einander „lieben“ – diese Vorstellung ist ein fester Bestandteil der politischen Ideengeschichte. Aristoteles zum Beispiel war der Ansicht, eine Polis, in der die Bürger einander freundschaftlich, also liebend, verbunden sind, sei stabiler, weil die Bürger (Aristoteles hat dabei nur freie Männer im Sinn) sich dann in ihrem politischen Umgang mehr um Gerechtigkeit bemühen und nicht einfach auf die Gesetze verlassen.
Im späteren Verständnis von Politik hingegen wurden Liebe und Staat strikt getrennt; Liebe galt als pure Privatsache. Für die Politik, so denken viele, sei Liebe nur von Bedeutung, sofern sie den Zusammenhalt der Familien sichert, die wiederum als „Keimzelle“ des Staates fungieren sollen. Ganz im Sinne der Ideologie der „getrennten Sphären“, wonach für den Bereich des Privaten andere Regeln gelten als im Bereich des Öffentlichen: hier Selbstlosigkeit und Gemeinsinn, dort Interessensvertretung und Wettbewerb, hier Gefühl, dort Rationalität, hier Großzügigkeit, dort Kalkül und so weiter.
….
Liebe bedeutet nicht Einswerden. Insofern Liebe eine spezifische Art ist, sich in Beziehung zu setzen, erfordert sie immer zwei, also eine Differenz. Es hat keinen Sinn, etwas zu lieben, das mit mir eins ist. Liebe bedeutet vielmehr Ernstnehmen des oder der anderen gerade in ihrer Andersheit, wohlwollende Zuwendung, die Bereitschaft zum Staunen und Entgegenkommen, und den Verzicht darauf, sofort den eigenen Maßstäben und Überzeugungen gemäß ein Urteil zu fällen. Ich finde, all dies sind nicht nur zwischenmenschliche, sondern auch dezidiert politische Tugenden.
Autorin: Antje Schrupp
Redakteurin: Antje Schrupp
Eingestellt am: 15.09.2014
http://www.bzw-weiterdenken.de/2014/09/liebe-und-politik/


Wie sind Liebe und Politik miteinander verbunden? Sind Liebe und Politik überhaupt miteinander verbunden?
  • Michael Wegerer
  • Cornelia Mittendorfer