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"Geh’ mir nur ein wenig aus der Sonne ..."

Michael Bottig, Petra Buchegger, Martina Funder, Regina Hadraba, Tomas Hoke, Klaus Hollauf, Cornelia König, Doris Libiseller, Ela Madreiter, Ulla Reithmayr, Rosa Roedelius, Elisabeth Schafzahl, Leonhard Sheil, Tibor Solymos, Kurt Spitaler, Monik

past forward Release der 10“ Schallplatte anlässlich 100 Jahre Kunstverein Baden mit Beiträgen von Alexander Martinz und Mitgliedern des KV Baden, Konzept und Regie: kozek hörlonski

Vernissage und Release der Schallplatte: Fr, 1. Juli 2016, um 19 Uhr

Es spricht: Mag. Hartwig Knack, Kunsthistoriker
Eröffnung: Gemeinderat DI Stefan Szirucsek


Ausstellung der Mitglieder des Kunstvereins Baden zum Jahresthema 2016
„Geh‘ mir nur ein wenig aus der Sonne …“

Erleuchtung
bezeichnet eine religiös-spirituelle Erfahrung, bei der jemand den Eindruck erhält, sein Alltagsbewusstsein sei überschritten worden und er habe eine besondere, dauerhafte Einsicht in eine – wie auch immer geartete – gesamtheitliche Wirklichkeit erlangt. Im heutigen allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter „Erleuchtung“ gewöhnlich eine plötzliche Erkenntnis oder Eingebung.
Der Begriff „Erleuchtung“ stammt aus der antiken philosophischen Lichtmetaphorik. Den Ausgangspunkt seiner Entstehung bildeten Stellen in Platons Dialog Politeia und in dem Platon zugeschriebenen Siebten Brief. In der Politeia stellt Platon fest, es sei zuerst herauszufinden, worin die Gerechtigkeit im Staat besteht, und das Ergebnis dieser Untersuchung sei dann auf die Individuen zu übertragen. Man solle die staatliche und die individuelle Gerechtigkeitsbestimmung vergleichend betrachten und wie zwei Feuerhölzer gegeneinander reiben, dann werde man vielleicht die Gerechtigkeit wie einen Funken heraus blitzen lassen, das heißt zur plötzlichen Erkenntnis ihres allgemeinen Wesens gelangen.  Der Verfasser des Siebten Briefs schreibt, die Erkenntnis des Sinns von Platons „ungeschriebener Lehre“ sei eine Frucht häufiger gemeinsamer Bemühung der Philosophen, doch entstehe sie in der Seele nicht allmählich, sondern plötzlich, wie ein Feuer, das von einem übergesprungenen Funken entfacht wird. Dann nähre sie sich aus sich heraus weiter. Man solle Benennungen, Erklärungen, Ansichten und Wahrnehmungen aneinander reiben und so prüfen, dann könnten Einsicht und Verständnis über jeden Gegenstand aufleuchten. Das Aufleuchten bildet nach dem Siebten Brief den Abschluss eines fünfstufigen Erkenntnisprozesses, dessen erste vier Schritte diskursiv sind.

Quelle: Wikipedia

Schatten

„Tatsächlich gründet die Schönheit eines japanischen Raumes rein in der Abstufung des Schattens. Sonst ist überhaupt nichts vorhanden. Abendländer wundern sich, wenn sie japanische Räume anschauen, über ihre Einfachheit und haben den Eindruck, es gebe da nur graue Wände ohne die geringste Ausschmückung. Das ist von ihrem Standpunkt her gesehen durchaus plausibel; aber es zeigt, dass sie das Rätsel des Schattens nicht begriffen haben.“

Aus „ Lob des Schattens“  vonTanizaki Jun’ichiro, 1933

Release der Schallplatte anlässlich 100 Jahre Kunstverein Baden
past forward

Im Jahr 2015 feiert der Kunstverein Baden sein 100-jähriges Bestehen. Erste Ausstellungen wurden bereits 1916 organisiert
Die Entwicklung des KV Baden seit dem Entstehungsjahr war eine durchaus wechselvolle,
es gibt Lücken und Umbrüche in seiner Geschichte. So beschreibt etwa die als Badener Zuckerln betitelte Reihe des Stadtarchivs Baden in der Ausgabe Nr. 4 eine „Badener Sezession“ im Jahre 1932, in der es folglich zur ersten Spaltung kam. 1938 wird selbst der „Zentralverband bildender Künstler Österreichs“ aufgelöst und an seine Stelle tritt eine „Reichskammer der bildenden Künste Niederdonau“. Ausstellungen gibt es in dieser destruktiven Zeit nur wenige. Erst 1953 wird der Verein wieder als Einheit aktiv und arbeitet seither ununterbrochen an einer künstlerischen Bereicherung für die Stadt. Seit 1995 steht dem Verein ein architektonisch spannender Ausstellungsraum zur Verfügung: die Galerie mit der Adresse Beethovengasse 7 im Zentrum von Baden.
Ode an die Freude – lesbar nur wenige Schritte von der heutigen Galerie entfernt und im „Haus der Neunten“ komponiert: eine Sinfonie, eine Hymne, ein Chor, Vielstimmigkeit – die Idee zur Jubiläumsedition des Kunstvereins wird zum Konzept einer inklusiven Technik mit aktiven und fördernden Mitgliedern. Interviews bringen uns die KünstlerInnen und FörderInnen näher, eine Aufzeichnung der vielen Stimmen mit einem Becher-Phonographen nach dem Edison-Prinzip ermöglichen uns, 100 Jahre Vereinstätigkeit akustisch-ästhetisch zu verhandeln. Ein Becher vereint uns oft auch bei den zahlreichen Eröffnungen in der Kunstwelt, durch die Einschreibung des Schalls wird dieser individuell, und die Stimme klingt verstörend schön wie aus einer längst vergangenen Zeit. Der durchsichtige Plastikbecher transformiert sich zu einer schwarzen Vinylschallplatte, auf der auch die Rillen sichtbar bleiben. Konzept braucht Material. Past forward: Wir beharren nicht auf den alten Zeiten, gedenken dieser aber, arbeiten selbstverständlich mit der technischen Entwicklung und lassen uns auf eine immer unbekannte Zukunft ein.
Die A-Seite der vorliegenden Platte behandelt das gesammelte Tonmaterial von Aufnahmen mit dem Becher-Phonographen bis zu Fragmenten aus den digital aufgezeichneten Interviews der aktiven Mitglieder im Kunstverein Baden. Geordnet nach deren Lieblingsfarben, generiert es eine Soundcollage und macht ein zeitgenössisches abstrahiertes Chorstück der Mitglieder hörbar. Ein Kinderlied schließlich mahnt uns experimentell zu bleiben und lässt ebenso an die ersten Schritte im Vereinsleben denken.

Die B-Seite ist allen bisherigen Mitgliedern gewidmet. Ihre Namen sind alphabethisch geordnet auf Notenblätter notiert, jedem Buchstaben ist eine Note zugeschrieben – nach dem einfachen ABC-Lied, dessen Melodie bereits Mozart in seinen zwölf Variationen Ah, vous dirai-je, Maman (KV 265/300e) als Grundlage diente. Diese „Partitur“ ist Basis zweier Kompositionen: eines Stücks, in dem aus der Erinnerung die Partitur zu Vogelgezwitscher gesummt wird, sowie eines zweiten Stücks, in dem die gesamte Partitur vorwärts und rückwärts gespielt alle Mitglieder schier unendlich kreisen lässt.

Thomas Hörl und Peter Kozek aka kozek hörlonski
Baden und Wien im Juli 2016
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