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Michael Goldgruber

"Unterholz"

Fotografie, Animation und Malerei über den panoramatischen Blick
Vernissage: Fr, 13. Oktober 2006, um 19 Uhr
Eröffnung: Christof Habres, Galerie Habres&Partner/Wien

Michael Goldgruber


Unterholz
Fotografie, Animation und Malerei über den panoramatischen Blick

Panoramatischer Blick, der Topos der Aussicht und das Blickregime des Ausschauhaltens sowie ihre wechselseitigen Bedingungen sind es, die Michael Goldgruber in seiner Arbeit interessieren:
In seiner Ausstellung im Kunstverein Baden gibt es Malerei, Fotografie und eine Installation mit der Projektion eines animierten Rundblicks zu sehen.

Dieser Rundblick der zentralen Installation („Unterholz“) findet in einem dunklen Fichtenwald statt, die 360°-Drehung wird im Zeitraffer unendlich fortgesetzt und versetzt die BetrachterIn in ein Schwindelgefühl. Dem vorangestellt sieht man auf einem Monitor den Künstler sich sychron zum Rundblick unendlich um die Achse drehen (ebenfalls ein animierter Endlos-Loop) und zwar auf der Stelle im Wald, wo sich die Kamera am Stativ zur Erstellung des gezeigten Rundblicks befunden hatte.

In den gezeigten Fotografien hat sich der Künstler mit Selbstauslöser in Situationen des Ausschauhaltens an verschiedenen Stellen im Wald abgelichtet; bei romantischen Lichtstimmungen des herbstlichen Waldes erhält die Untersuchung des medial konstruierten Naturerlebens eine selbstreferentielle Note.

Weiters wird eine panoramatisch angeordnete Malereisequenz ausgestellt, in denen Situationen des Ausschauhaltens und der Fernsicht auf einer Aussichtsplattform in chiffrenhafter Reduktion schwarz-weiss dargestellt sind.
Das Ausschauhalten, Panorama- und 360°-Blick  fungieren für Goldgruber als Metaphern für den Willen das Gefühl existentieller Enge zu überwinden.  Als Motiv dafür dienen dem Künstler Aussichtspunkte und -plattformen, die ihre alleinige Existenzberechtigung aus dem menschlichen Interesse für Seh-Erlebnisse beziehen. Den Aussichtspunkten als Bildmotive entgegen setzt Goldgruber seine Technik: Der Blick auf das „Ausschauhalten“ ist digital abstrahiert und in hartem Schwarz-Weiß gehalten. In Ihrer Kontextualisierung in malerische Abstraktion, der das Dargestellte unterworfen ist, erinnern die gemalten Bilder an Cinemascope und Panorama-Fotografie.
  • Michael Goldgruber
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